— Der Inventing Room!

Raketenregen

Der 29C3 war mein neun­ter Con­gress in Folge. Er war, auf zwei ver­schie­de­nen Ebe­nen, für mich ziem­lich gut und ziem­lich schlecht. Noch nie habe ich mich auf einem Con­gress so unwohl gefühlt, gleich­zei­tig noch nie so viele neue Leute ken­nen­ge­lernt. Die Orga, die Tech­nik, die Loca­tion, die Talks, die Assem­blies, alles super­toll, und dar­auf bezieht sich auch die Kri­tik, die ich noch anzu­brin­gen habe, ganz und gar nicht.

Die Frage ist für mich, wel­chen Stel­len­wert tat­säch­lich vor­kom­mende Vor­fälle wie eine sexis­ti­sche Mode­ra­tion, die Redu­zie­rung von Frauen auf kopf­lose Kör­per oder das Hacken von Asher Wolfs Blog für ver­schie­dene Anwe­sende haben.

Für die Mehr­heit (würde ich ver­mu­ten) sind sol­che Vor­komm­nisse, sofern sie bemerkt wer­den, Klei­nig­kei­ten. Selbst wenn man sie unschön fände, befle­cken sie die gesamte Ver­an­stal­tung nicht. Sie haben den Stel­len­wert eines zer­bro­che­nen Tel­lers einer Groß­kü­che: Pas­siert, fällt aber nicht ins Gewicht. Ver­lust von einem Promille.

Für viele andere Men­schen, und da schließe ich mich ein, haben diese Vor­fälle ein ande­res Gewicht. Sie sind der Cholera-Einzelfall auf dem Kreuz­fahrt­schiff oder die Hun­de­ka­cke am Saum vom Hoch­zeits­kleid: Das unschöne Tau­sends­tel macht die Gesamt­si­tua­tion gefähr­lich oder unerträglich.

Leute, die ich sehr schätze, sind dem 29C3 von vorn her­ein fern­ge­blie­ben, haben sich dort sehr unwohl gefühlt und/oder sind gleich frü­her abge­reist. (Da hilft auch kein Hin­weis, dass es vor 10 Jah­ren noch viel schlim­mer war.) Mir ist klar: Das will ich nicht. Ich fühle mich dem Con­gress ver­bun­den und konnte daher auch nicht anders, als noch auf der Ver­an­stal­tung selbst eine Klä­rung und Pla­nung anzu­schie­ben. Dass zu die­sem soge­nann­ten #policccy-Treffen rund 100 Anwe­sende erschie­nen, zeigt mir, dass ein tat­säch­li­cher Hand­lungs­be­darf besteht.

Ich hoffe sehr, dass aus dem Hick­hack und der Wut der letz­ten Tage eine kon­struk­tive Situa­tion für die Pla­nung und Durch­füh­rung des 30C3 ent­steht. Ich bin jeden­falls dazu bereit, mit mei­ner Zeit und mei­nen Ideen einen Bei­trag dazu zu leis­ten. Der CCC ist kein homo­ge­nes Gebilde: Ich habe meh­rere unschöne Aktio­nen „hoch­ran­gi­ger“ Mit­glie­der erlebt, in glei­cher Weise aber auch mit lang­jäh­ri­gen Orga-Mitgliedern gere­det, die meine Beden­ken weit­ge­hend tei­len. Diese Posi­tio­nen müs­sen wir stärken.

Noch zwei Sätze zu den Cree­per Move Cards: Die inten­dierte Wir­kung wurde ver­fehlt und ich bin mitt­ler­weile auch nicht mehr davon über­zeugt, dass die Aktion in die­ser Form eine gute Idee war. Ich hoffe, dass in den lau­fen­den und noch kom­men­den Dis­kus­sio­nen die Karten-Aktion und das grö­ßere Anlie­gen (näm­lich, dass der Con­gress ein Pro­blem mit Sexis­mus hat) getrennt von­ein­an­der behan­delt wer­den. Die not­wen­dige Dis­kus­sion steht jetzt im Raum und da ist es mir rela­tiv egal, ob sie durch eine gelun­gene oder nicht gelun­gene Aktion dahin gelangt ist.

Mein Bauch­weh wäh­rend des und nach dem 29C3 lässt sich grob so einteilen:

Lager­bil­dung und Ausgrenzung

Viele wur­den nicht müde, ein „wir hier“ und ein „die da“ auf­zu­bauen: „Ihr kommt hier her zu uns und macht…“ warf ein Orga-Mitglied der Flau­sche­ria vor. Die Ver­ein­nah­mung der Mehr­heit für die eigene Mei­nung halte ich ange­sichts des star­ken und beson­ders geschätz­ten Indi­vi­dua­lis­mus in der Hacker­kul­tur für falsch.

Der Con­gress besteht aus Men­schen, ohne sie wäre er nur ein lee­res Gebäude mit bun­ten Schein­wer­fern. Es gibt hier nur die „Basis“, aus der sich Frei­wil­lige mel­den, um sich auf ver­schie­dene Arten zu betei­li­gen, keine Hier­ar­chie. Mit den Zie­len und dem Selbst­bild des Clubs kön­nen sich alle sicher zu gro­ßen Tei­len iden­ti­fi­zie­ren, aber nicht immer wäh­len sie die­sel­ben Metho­den der Umsetzung. Niemand sollte sich anma­ßen, auf­grund der eige­nen Mei­nung diese Gruppe der Hacker_innen in „wir“ und „ihr“ zu unterteilen.

Am Ende der erwähn­ten Dis­kus­sion stand eine schlaue Frage von fasel an das Orga-Mitglied: „Wer wirft dich raus, wenn du dich dane­ben benimmst?“

Feh­lende Solidarisierung

Wäh­rend des Con­gres­ses gab es meh­rere Aus­sa­gen von anwe­sen­den Hacke­rin­nen auf Twit­ter und in län­ge­ren Tex­ten, dass sie sich auf dem Con­gress (immer) sehr wohl gefühlt hät­ten und keine Dis­kri­mi­nie­rung erlebt oder mit­be­kom­men hät­ten. Dar­über sollte man sich sicher freuen und daran auch kei­nen Zwei­fel äußern.

Was ich hier aber ver­misse, ist die feh­lende Soli­da­ri­sie­rung mit Men­schen, die nicht so viel Glück haben. Das klingt für mich zu sehr nach „Selbst schuld“, einem der per­fi­des­ten Mecha­nis­men der Unsicht­bar­ma­chung von gesell­schaft­li­chen Pro­ble­men. „Ich bin eine Frau und ich wurde nicht beläs­tigt, daher müs­sen sol­che Vor­fälle indi­vi­du­elle Gründe haben“ ist ein fata­ler Fehlschluss.

Das ist kein sel­te­nes Phä­no­men: Es gibt genug erfolg­rei­che Frauen, die behaup­ten, Femi­nis­mus sei unnö­tig und es müsse sich jede halt selbst durch­set­zen — man selbst habe es ja auch geschafft.

Außer­dem sollte es klar sein, dass Aus­sa­gen wie „ich fühle mich hier 100% sicher“ Applaus von den fal­schen Leu­ten bekom­men. Diese Sätze wer­den näm­lich immer wie­der gern als Beweis geführt, dass Opfer von Dis­kri­mi­nie­rung sich irren müssen.

Daher würde ich mir wün­schen, dass Hackerinnen/Hacksen, die sich beim Con­gress wohl füh­len, daran mit­ar­bei­ten, diese Situa­tion für alle herzustellen.

Pater­na­lis­mus

Die Mit­glie­der des CCC las­sen sich nicht gerne von ande­ren sagen: Ver­trau uns, wir machen das schon. Das macht sie miss­trau­isch und an die­sen Stel­len in Gesell­schaft und Poli­tik set­zen sie mit not­wen­di­ger Kri­tik an. Einer Obrig­keit, einem Kon­troll­or­gan blind zu ver­trauen, käme nicht in Frage.

Inso­fern mutet es sehr merk­wür­dig an, wenn Frank Rie­ger in der Abschluss­ver­an­stal­tung genau das in der Causa Awa­ren­ess for­dert: Lasst uns mal machen, wir küm­mern uns. Die Leute, die das Hacker-Jeopardy wegen der sexis­ti­schen Mode­ra­tion ver­las­sen haben, ver­trauen der Orga ganz sicher nicht. Und wenn man einer Instanz nicht ver­traut, nimmt man (allein aus Selbst­schutz) die Sachen selbst in die Hand. Wenn das nicht Hack­ti­vis­mus ist, was dann?

Gleich­zei­tig wird deut­lich, dass es unmög­lich ist, auf einem öffent­li­chen Podium in der Rolle eines CCC-Sprechers eine pri­vate Aus­sage zu tref­fen: Frank hatte zu den Cree­per Cards gesagt, es sei seine per­sön­li­che Mei­nung, dass „wir so etwas nicht brau­chen“. In der Zusam­men­fas­sung auf heise online wird dar­aus der offi­zi­elle Stand­punkt des Clubs. Ich bin rela­tiv sicher, dass Frank das dort nicht rich­tig­stel­len wird.

Außen­wir­kung

Pro­ble­ma­tisch fand ich den Hin­weis beim Policccy-Meeting, das ein öffent­lich­keits­wirk­sa­mes Auf­re­gen über Vor­fälle, etwa bei Twit­ter, eine nega­tive Außen­wir­kung auf den Con­gress haben könnte. Die Ver­an­stal­tung könne schlech­ter rüber­kom­men, als sie sei und dadurch sogar Leute vom Besuch abhalten.

Das macht mich sauer: Wenn ich mich schlecht fühle, ist mir so etwas Abs­trak­tes wie Außen­wir­kung wirk­lich egal. Die Auf­for­de­rung kommt mir viel zu nah an Dinge wie Selbst­zen­sur, „hab dich mal nicht so“ und Intrans­pa­renz. Im CCC ist man dage­gen immer ganz vorne mit dabei, sich über Medi­en­fails und Leaks ande­rer Orga­ni­sa­tio­nen lus­tig zu machen.

Es ist sicher keine ein­fa­che Auf­gabe für die Congress-Orga, sich par­al­lel zu einer Ver­an­stal­tung auch noch mit deren Außen­wir­kung aus­ein­an­der zu set­zen und sou­ve­rän auf Beschwer­den und Debat­ten zu rea­gie­ren. Hier um der schö­nen Ver­an­stal­tung wil­len aber um Beherr­schung zu bit­ten, wird nicht funktionieren.

Ein­ge­ste­hen eige­ner Fehler

Dinge, die ich gehört habe: Wir haben kein Pro­blem. Es ist doch schon viel bes­ser gewor­den, was denn noch? Wir küm­mern uns drum. Wenn man auf eine Hacker­kon­fe­renz kommt, muss man damit rech­nen. Wir haben eine Policy.

Dinge, die ich gern noch öfter hören würde: Wir haben ein Pro­blem, und wir wol­len es lösen. Es ist bes­ser gewor­den, aber noch nicht gut genug. Wir wür­den uns gerne darum küm­mern, bitte helft uns dabei. So etwas sollte auf einer Hacker­kon­fe­renz nicht pas­sie­ren. Wir müs­sen unsere Policy bes­ser durchsetzen.

Aus­blick

Ich würde gerne eine Debatte zu all dem sehen. In den Hacker­spaces, im Club, in den Medien und zwi­schen uns allen. Und ich würde mich freuen, wenn das Ergeb­nis nicht nur ein bes­se­rer Con­gress in Form eines siche­ren 30C3 würde, son­dern auch dort vor Ort wei­ter dis­ku­tiert würde. Was bedeu­tet das Selbst­ver­ständ­nis von Hacker_innen? Wo muss man anset­zen, um Räume sicher zu gestal­ten? Wie geht man mit Men­schen um, die dem ent­ge­gen­wir­ken wollen?

Am Rande habe ich erfah­ren, dass die quee­ren Anwe­sen­den bei einem Mee­ting dar­über gespro­chen haben, 2013 selbst eine Assem­bly (oder meh­rere) zu bil­den, um bes­ser sicht­bar zu sein und eine sichere Anlauf­stelle zu haben. Das freut mich sehr. Ich hoffe auch, dass ich mit mei­nem Wunsch, das Awa­ren­ess­team auf dem 30C3 deut­lich sicht­ba­rer zu machen, Erfolg habe.

Einer der bes­ten Tweets wäh­rend des 29C3 kam von Lotte, die die­ses Motto für den 30C3 vorschlug:

Mein Mottovorschlag für den 30c3: Shooting the messenger.

Das bezieht sich natür­lich auf das Gefühl, das viele wäh­rend des Con­gres­ses hat­ten: Pro­ble­ma­tisch seien nicht sexis­ti­sche Vor­fälle, son­dern die­je­ni­gen, die dar­auf hinweisen.

Ich halte das, Sar­kas­mus hin oder her, für eine sehr gute Idee mit Signal­wir­kung und genau auf der Linie der Kon­gress­the­men: 2013 wird über Wiki­leaks ver­han­delt, das Thema Whist­leb­lo­wing ist nicht durch. Auch der CCC und die Hacker­com­mu­nity stand und steht für die Offen­le­gung von uner­wünsch­ten Machen­schaf­ten oft in der Kri­tik, obwohl sich die Empö­rung gegen die eigent­li­chen Ver­ur­sa­cher rich­ten sollte. Als follow-up zu „Not my depart­ment“ (oh the irony) könnte ich mir kein bes­se­res Motto als „Shoo­ting the mes­sen­ger“ vorstellen.

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Ergän­zun­gen seit Veröffentlichung

30 comments
  1. P. says: 1. January 201316:47

    Ein­ge­ste­hen eige­ner Fehler“

    Macht ihr da auch mit oder gilt das nur für die Anderen?

    • philip says: 1. January 201317:32

      Ich spre­che für mich, daher weiß ich nicht so ganz, wer „ihr“ oder „die Ande­ren“ sein sol­len. Siehe das, was ich unter „Lager­bil­dung“ geschrie­ben habe.

  2. Bernd says: 1. January 201317:03

    > […] die Redu­zie­rung von Frauen auf kopf­lose Körper

    Bitte lesen sie http://mirromaru.tumblr.com/post/39382307717/oh-teh-drama-or-why-i-stickered-a-naked-headless

    • philip says: 1. January 201317:11

      Hab ich gese­hen. Klingt nicht sehr problembewusst.

  3. map says: 1. January 201317:20

    Meine tiefste Bewun­de­rung für so viel Hoffnung.

  4. joerandom says: 1. January 201317:32

    Pro­ble­ma­tisch seien die­je­ni­gen, die dar­auf hin­wei­sen“ — das würde ich so tat­säch­lich unter­schrei­ben. Aller­dings ganz und gar nicht wegen den Hin­wei­sen als sol­ches, und daher finde ich auch den Mot­to­vor­schlag nicht son­der­lich tref­fend. Ich wage zu behaup­ten, dass die meis­ten, wenn nicht sogar alle, auf dem Con­gress ein Inter­esse daran haben, dass sich jeder/jede dort wohl fühlt.
    Bitte ver­su­che Dich doch ein paar Minu­ten in die andere Seite, um das mal pola­ri­sie­rend so zu nen­nen, her­ein­zu­ver­set­zen. Da ist eine Ver­an­stal­tung, auf die sich viele das ganze Jahr über freuen, unfass­bare Ener­gie und Zeit in Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung ste­cken, und die für sie durch­aus eine Art „Safe Space“ dar­stellt, ein Ort, in dem sie nicht der komi­sche Nerd sind, son­dern unter ihres­glei­chen, ein Fami­li­en­tref­fen, bei dem man sich end­lich nicht recht­fer­ti­gen muss.
    Und nun kommt da eine Grup­pie­rung daher, und legt den Fin­ger in eine Wunde: Dass sich eben nicht jeder dort wohl fühlt, dass es Aspekte gibt, die angrei­fen und aus­gren­zen. Natür­lich trig­gert das erst Abwehr­re­ak­tio­nen und Unver­ständ­nis — ins­be­son­dere, weil ich mir fast sicher bin, dass den meis­ten Anwe­sen­den das Pro­blem nicht bewusst ist. Hier wäre es wesent­lich hilf­rei­cher gewe­sen, erst ein­mal das Pro­blem zu ver­deut­li­chen, und vor allem auch kon­struk­tive Lösungs­vor­schläge auf­zu­zei­gen, statt mit mehr oder weni­ger glück­lich for­mu­lier­ten Kar­ten einen papier­ge­wor­de­nen Mit­tel­fin­ger in die Runde zu wer­fen.
    Ich für mei­nen Teil glaube daher auch, dass auch die Vor­fälle bei Hacker Jeo­pardy zunächst ein rei­ner Aus­druck von einer gewis­sen Hilf­lo­sig­keit waren, die sich dann gewal­tig hoch­ge­schau­kelt haben (Wo defi­nitv auch beide Sei­ten dazu beige­tra­gen haben). Es ist doch durch­aus was wah­res an der Frage, wie man denn sinn­voll vor­ge­hen soll, wenn man einer­seits eine gesunde Hete­ro­ge­ni­tät der Teil­neh­mer her­stel­len will, ande­rer­seits aber eben gerade nicht nach Geschlecht oder ähnli­chen Merk­ma­len vor­ge­hen soll. Statt eines rote Kar­ten Sturms wäre da ein „Hey, so und so geht das bes­ser“ viel hilf­rei­cher — und offen gesagt, ich für mei­nen Teil weiss nicht, wie man das poli­tisch kor­rekt tun sollte.

    Ich glaube, die Ziele und Wün­sche der meis­ten Teil­neh­mer des Con­gress sind sehr ähnlich. Nur ist in der Dis­kus­sion bis­lang der ein­zige Erfolg, dass sich alle betei­lig­ten Par­teien hoch­ge­schau­kelt haben, und auf ihren Maxi­mal­po­si­tio­nen ein­ge­gra­ben haben. Das ist natür­lich ein super Image­ge­winn für die jewei­lige Ziel­gruppe, ob das nun der Applaus zu Franks State­ment auf der Abschluss­ver­an­stal­tung oder das gegen­sei­tige Hoch­flau­schen auf Twit­ter ist. Aber der Sache dien­lich wäre es doch viel mehr, wenn man sich gegen­sei­tig zuhört, und erklärt — viel mehr erklärt, als man das in der eige­nen Fil­ter­bub­ble sei­nes per­sön­li­chen Umfelds müsste. Gemein­sam, für einen tol­le­ren Congress.

    tl;dr: Ich bin mit dem Pro­blem wirk­lich etwas über­for­dert — ich habe den Ein­druck, dass man es als „middle class white male“ in die­ser The­ma­tik nie­mals rich­tig machen kann, und am bes­ten ein­fach die Klappe hält, und in die andere Rich­tung schaut. Was es aber doch defi­nitv nicht sein kann, oder?
    Ich wäre tat­säch­lich sehr dank­bar, weni­ger far­bige Kar­ten, und dafür mehr kon­struk­tive Anlei­tun­gen und Lösungs­vor­schläge zu sehen. Ganz ernst­haft. Danke.

  5. zoomy says: 1. January 201318:01

    Ich habe eine Anmer­kung zur ‚Außen­wir­kung‘. Mich hat es geär­gert, dass so einige auf Twit­ter die Ver­an­stal­tung zur no go-area für Frauen* erklärt haben. Vor­wie­gend auch noch von Men­schen die nicht auf Kon­gress waren. Und dann wird Wider­spruch gegen das schiefe Bild kon­se­quent als Mar­gi­na­li­sie­rung derer, die sich nicht wohl gefühlt haben gewer­tet und nicht etwa als Wunsch nach Ver­hält­nis­mä­ßig­keit. Und nein, nie­mand muss des­halb gleich ‚nett‘ sein, ewig etwas erklä­ren oder gar sich selbst zensieren.

    Ansons­ten kann ich dir nur zustim­men und deine Beschrei­bung ent­spricht wie ich mich auf dem Kon­gress gefühlt habe. Danke.

  6. romold says: 1. January 201318:13

    Das Queer-Treffen auf dem #28c3 war so frucht­bar. Ich hoffe, dass jetzt nicht die­ses Zwangs Öffent­lich Sicht­bar sein zum tra­gen kommt. Ich finde das uner­träg­lich. Lei­der war ich die­ses Jahr nicht da und hätte mich gerne an den Dis­kus­sio­nen wie­der beteiligt.

  7. Enno Lenze says: 1. January 201321:33

    Danke für den Blog­post. Grob zu mei­ner Sicht: Ich komme seit 1997 zum Con­gress und sehe fast nie Vor­träge, lese kein Pro­gramm. Ich möchte dort Leute tref­fen und Spaß haben. Und ich mag den sar­kas­ti­schen Umgang mit­ein­an­der. Viele Leute dort sind klas­si­che dis­krim­nier­bare: Dick, komisch, nicht der Norm ent­spre­chend, irgend­wie die , die in der Schule Außen­sei­ter waren oder zumin­dest gewe­sen sein könn­ten. Diese machen sich oft (zumin­dest in mei­ner Peer­group dort) über ein­an­der lus­tig. Das mag ich. Andere könn­ten das als Dis­kri­mi­nie­rung sehen. Nun ist die Frage: Macht jeder, was er mag par­al­lel, oder ver­sucht einer dem ande­ren sein Wer­te­sys­tem (oder wie man es nen­nen mag, man möge die­ses Wort aus Erman­ge­lung eines bes­se­ren nicht auf die Gold­waage legen) auf­zu­drü­cken. Das klas­si­che, vor­herr­schende Sys­tem bekommt man zwangs­läu­fig auf­ge­drückt wenn man dort ist. Nun kamen Leute dazu die sagen „hey, das passt uns nicht“, was ja auch ok ist. Aber der Ton macht die Musik.

    Zum ande­ren: Von dem Poli­cy­tref­fen lese ich hier das erste mal. Auch wenn ich davon gewusst hätte wäre ich kaum hin gegan­gen. Warum auch? Ich will dort Freunde tref­fen und Spaß haben. Wer hin­ge­hen will um Policy tref­fen zu machen kann das ja auch gerne. Aber ich sehe mich nciht in der Pflicht dem nach zu kom­men. Genau so wenig wie man dort zum Löt-Grundkurs muss oder einen Cock­tail trinken.

    Den Kar­ten stehe ich Neu­tral gegen­über: Wer meint sie benut­zen zu wol­len soll das tun, wer nicht, der nicht. Ich habe sie ken­nen gelernt, weil Leute im Kreis stan­den und sich reihum wegen jedem Spruch eine gaben oder nicht gaben oder sich über angeb­li­che Dis­kri­mi­nie­rung oder Anti-Diskriminierung lus­tig machen. Das war etwa 99% der Reak­tio­nen, die ich auf die Kar­ten sah. auf die Frage was die Kar­ten denn sol­len, wusste nie­mand so rich­tig was. Anruf beim ATeam und Info­desk brach­ten Ant­wor­ten wie „Hat jemand mit­ge­bracht, keine Ahnung“. Bei der Flau­sche­ria sagte man mir es ginge um Sexis­mus, sei ja aber hin­läng­lich bekannt und solle ich im Wiki lesen oder die Leute fra­gen, die das genauer machen. Wer das (also im Sinne von natür­li­chen Per­so­nen) war konnte man mir dort auch nicht sagen. Also war es mir dann auch rela­tiv egal. Aber ich denke man ist als Mit­brin­ger in der Bring­schuld so etwas sinn­voll ein­zu­füh­ren. Auch war auf den Kar­ten kei­ner­lei hin­weis mit wem man dar­über reden soll, wenn man Fra­gen hat.

    Am Ende geht es ja aber eigent­lich um die Dis­kri­mier­ten. Wer fühlt sich warum dis­kri­mi­niert und was kön­nen wir dage­gen tun? Dass diese Frage immer und immer wie­der behan­delt wer­den muss ist aber auch jedem klar denke ich. Auch in mei­ner wei­ten peer­group gab es auf dem Con­gress 8auch in den letz­ten 15 Jah­ren) keine Zwei­fel daran. Also wollte ich wis­sen was für Fälle da kon­kret auf lau­fen. Also geht es vor­nehm­lich um Sexis­mus, um Fem­den­feind­lich­keit, um Spra­che oder Hand­lun­gen usw. Wie soll ich mit bekom­men, ob ich jeman­den ver­se­hent­lich Dis­kri­mi­niere, wenn ich die Fälle um die es geht nicht kenne? Mit Twena von den Haeck­sen habe ich vor 2000 wilde Dik­s­us­sio­nen gehabt, aber wir führ­ten sie live und lange und am Ende habe ich ver­stan­den, was sie will. Es tut mir im nach­hin­ein immer noch Leid, dass ich sie Rich­tung Wahn­sinn trieb, aber es hat auch mir viel gebracht.

    Auf dem Con­gress und auch danach konnte mir nie­mand einen ein­zi­gen Fall nen­nen. Ich gehe nicht davon aus, dass es kei­nen Gab, da ja min­des­tens 2 Leute vom Con­gress flo­gen. Aber warum genau? Und was waren die Fälle, für die man (ernst­haft) eine Karte bekam? Ich bekam ant­wor­ten wie „Dass weiß jawohl jeder“ oder ich solle man nach Defcon11 goog­len. Die Def­con Fälle kenne ich, aber ich fragte ja nach die­sem Congress.

    Zum ande­ren habe ich keine Ahnung wer mir die Karte gab weil er Spaß dran hatte und wer, weil er/sie sich dis­kri­mi­niert fühlte. Ich habe am Ende fast 40 Kar­ten mit unter­schied­li­chen Far­ben gehabt.

    Wenn nun aber so viele Leute ein neues Sys­tem nicht anneh­men, dann kann man ent­we­der dar­auf schimp­fen, wie doof die alle sind oder man kann sich über­le­gen, ob bei der Ein­füh­rung des Sys­tems Feh­ler gemacht wur­den. Die Leute die ich dort kenne sind weder doof noch dis­kri­mi­nie­ren sie absicht­lich. Sie sind eher sehr Freund­lich, aber haben oft den Anfangs beschrie­be­nen komi­schen Humor, der bei Neu­li­gen nicht immer so ankommt.

    Was mich mas­siv ärgert ist, dass ein­zelne den Ein­druck enste­hen las­sen eine Frau könne sich kaum auf den Con­gress trauen. Ich kenne hau­fen­weise Frauen da (nicht zuletzt Erz­en­gel und Pro­jekt­lei­tung) die sich ziem­lich vor­ge­führt vor kom­men, wenn sie dort Ehren­amt­lich ein tol­les Event hin­stel­len, sel­ber Frauen sind, und dann Leute sagen: „Aber als Frau kann man da nicht hin!“. Das ist ein­fach falsch. Jede Frau kann dort sicher hin. Die Frage ist ob man mit den Leu­ten vor Ort klar kommt und ob man das Event mag. Und das ist eine ganz gene­relle Frage. Ich gehe auch auf viele Events nicht, weil mir die Leute vor Ort nicht gefal­len oder weil sie mei­nen Berufs­stand mit der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät in Ver­bin­dung brin­gen („Con­tent­ma­fia“) oder ähnli­ches. Das kommt auch vor, den­noch würde ich da nie­man­dem unter­stel­len, dass die Leute mich aktiv aus­gren­zen oder es unsi­cher für mich ist. Es gibt bei 6 Mil­li­ar­den Men­schen auf der Welt ein­fach unter­schied­li­che Men­schen und das kann man schlecht nivellieren.

    Gruß, Enno

  8. martl says: 2. January 201300:04

    Schö­ner Kom­men­tar von Enno, auch was du Phi­lip sagst ist größ­ten­teils rich­tig. Und der Punkt ist wirk­lich: Der Ton macht die Musik.

    Ich glaube schon, dass der CCC sehr kri­tisch auch gegen­über eige­nem Han­deln und Den­ken ist
    (ich erwähne hier nur z.B. die Maß­nahme, am 22c3 das Rau­chen im Congress-Gebäude „abzu­stel­len“ oder auch die Nazi-Debatten in Ham­burg oder der Aus­schluss und Wie­der­ein­tritt von openleaks-DDB), wo wir auch vor gro­ßen Ent­schei­dun­gen stan­den und trotz­de­min­ner­halb von rela­tiv kur­zer Zeit (wenige Monate) eine rela­tiv gute Lösung gefun­den wurde.

    Aber wenn der CCC sich gegen diese Kar­ten aus­ge­spro­chen hat, sie dann aber trotz­dem von „Feig­lin­gen“, die sich nicht nen­nen wol­len, mit­ge­bracht und wahl­los ver­teilt wer­den, ohne Kon­zept, ohne Rück­grat vom Orga­ni­sa­tor, dann ist das ein­fach dumm.

    Sich dann noch hin­zu­stel­len wie es eben auch in mei­nem Blog getan wurde und zu behaup­ten „ja nur weil IHR die kar­ten doof fin­det geben WIR euch gleich rote“ (Quelle: http://neuberlinerin.wordpress.com/2012/12/29/creeper-cards/#comment-157)

    Das ist auch ein Beweis dafür, dass das ange­spro­chene WIR / IHR haupt­säch­lich von den Benut­zern der roten Kar­ten gesagt wird. Ich habe mei­nen ers­ten Blog­ein­trag zu dem Thema unter der Annahme geschrie­ben, es käme tat­säch­lich von der CCC Orga, und ich sehe mich als Teil des CCCs.

    FAZIT: Wenn man die Cree­per Cards ordent­lich ein­ge­führt HÄTTE (in Abstim­mung mit der Orga oder eben wenn man denn unbe­dingt meint in Eigen­re­gie), UND wenn man die Cards SELBST ordent­lich ver­wen­den würde, also z.B. erst eine gelbe vor der roten geben würde (im Hacker Jeo­pardy z.B.), DANN hätte der CCC auch nicht so extrem reagiert.

    Just my 2 cent.

    • philip says: 2. January 201300:44

      Danke für dei­nen Kom­men­tar — der CCC hat sich mei­nes Wis­sens nach aber nicht gegen die Kar­ten aus­ge­spro­chen, und mir wird auch nicht klar, warum du Leute als „Feig­linge“ bezeich­nest, die die Kar­ten ange­kün­digt haben. Da ist sicher in der Kom­mu­ni­ka­tion eini­ges schief gelau­fen, aber die Aktion ist ja nicht geheim gelau­fen oder so, siehe http://www.pledgebank.com/creepermovecards. Sie lagen bei der Assem­bly „Flau­sche­ria“ aus und dort konnte man auch durch­ge­hend Leute antref­fen, die dafür zustän­dig waren.

      So oder so — dis­ku­tiere die Karten-Aktion doch lie­ber auf dei­nem eige­nen Blog: In mei­nem Arti­kel habe ich die Sache ja nicht umsonst sehr knapp gefasst und für mich abge­hakt. Das Thema immer wie­der hin­ein­zu­tra­gen, obwohl man eigent­lich nach vorn gerich­tet dis­ku­tie­ren könnte, halte ich per­sön­lich für ver­schwen­dete Mühe.

      Abge­se­hen davon wäre ich etwas spar­sa­mer mit Wor­ten wie „Beweis“, das klingt doch arg nach Verschwörung.

  9. […] know if I’ll find the time and energy to add to this dis­cus­sion via this blog, but go and read Phi­lips post (in Ger­man). Like Anne men­tio­ned during the policy-meeting: I would be great to have at least one […]

  10. Helga says: 2. January 201300:45

    @martl: Die Kar­ten waren mit der Orga vor­her als Aktion der Flau­sche­ria abgesprochen.

  11. martl says: 2. January 201301:23

    Es ist auch egal ob die CCC-Orga jetzt zuge­stimmt hat oder nicht (wie ich oben schon geschrie­ben habe), trotz­dem wur­den bei Ein­füh­rung der Kar­ten SEHR VIELE FEHLER GEMACHT UND DAS BLEIBT DUMM.

    Ich sehe nun zum 1. Mal den Kickstarter-Aufruf, das macht eini­ges kla­rer. „Feig­linge“ sage ich, weil ich von den Leu­ten, die diese Kar­ten bezahlt haben, bis vor 5 Minu­ten nie ein „ja wie warens“ und 2. ein Ein­ge­ständ­nis ihres Einführungs-Fails gese­hen habe…

    Zu den Benut­zern der Kar­ten: Man kann ja wohl nicht mit zwei­er­lei Maß mes­sen und tun als wär man der Moral­apos­tel, aber sich selbst nicht an die „Regeln“ hal­ten, dazu zähle ich auch den kor­rek­ten Umgang mit den Kar­ten (ich wie­der­hole mich gerne: beim Hacker Jeo­pardy z.B. erst­mal ne gelbe Karte zu geben).

    Eine Ent­schul­di­gung von bei­den „Grup­pen“ sehe ich mehr als ange­bracht. Ich werte dei­nen Ein­trag als eine Ent­schul­di­gung Dei­ner­seits, danke. Zur Kri­tik­fä­hig­keit gehört halt auch mal, das zuzu­ge­ben und nicht nur immer die Feh­ler bei ande­ren zu suchen.

    Noch was zu Bewei­sen:
    Ich bin es müde immer nur Anschul­di­gun­gen oder Teil­wahr­hei­ten zu lesen/hören, kei­ner hat irgend­eine kon­krete Ahnung wem jetzt wirk­lich irgend­was Schlim­mes auf dem 29c3 pas­siert ist und ich ver­su­che mir ein objek­ti­ves Bild davon zu machen (siehe Enno http://ennolenze.de/diskriminierung-29c3/786/). Die bis­her erwähn­ten „Tür-Aufhalten-Rote-Karte“, „Hacker-Jeopardy-Rote-Karten“ und Blog­ein­träge von Leu­ten, die nie/nicht auf dem Kon­gress waren, würde ich jetzt auch nicht als stich­hal­tig ein­stu­fen. Der Blog­kom­men­tar
    http://neuberlinerin.wordpress.com/2012/12/29/creeper-cards/#comment-157 dage­gen ist auf jeden Fall authen­tisch und stichhaltig.

    Lg
    Martina

  12. classless says: 2. January 201303:13

    Ich finde es erschüt­ternd, daß wei­ter­hin so vie­len nicht klar zu sein scheint, wozu sol­che Kar­ten gut sind und daß sie prin­zi­pi­ell jede dabei­ha­ben und jeman­dem geben kann, ohne daß sowas „ordent­lich ein­ge­führt“ wer­den müßte.

    Es han­delt sich nicht um ein geschlos­se­nes Sank­ti­ons­sys­tem, son­dern um eine Not­wehr­maß­nahme unter den Bedin­gun­gen von Unver­ständ­nis und man­geln­den Alter­na­ti­ven. Die Idee ist doch schlicht, den offen­sicht­li­chen Scheiß, von dem jemand betrof­fen ist, nicht stän­dig immer wie­der erklä­ren zu müssen.

  13. […] Phi­lip Stef­fan zum 29C3 Bir­git Ryd­lew­ski zum 29C3 Clau­dia Kilian zum 29C3 Asher Wolf über sys­te­ma­ti­sche Missstände […]

  14. André says: 2. January 201312:40

    Okay, zwei Dinge.

    Num­mer 1:

    Von dei­nen Ein­gangs­bei­spie­len für pro­ble­ma­ti­sche Vor­fälle ent­pup­pen sich min­des­tens zwei bei nähe­rem Hin­se­hen als Reak­tion auf die Aus­gabe der Kar­ten. Hat jemand Zwei­fel daran, dass das Thema Dis­kri­mi­nie­rung von Frauen beim Hacker­jeo­pardy ohne die Kar­ten ver­mut­lich nicht her­vor­ge­ho­ben wor­den wäre? Genauso war die kopf­lose Frau eine mehr oder min­der geschmack­volle Kri­tik an den Kar­ten, letzt­lich ja eigent­lich egal, ob von einer Frau oder einem Mann angebracht.

    Und von hier kommt auch die Stoß­rich­tung der Kri­tik. Zuerst wird eine Maß­nahme ein­ge­führt, die Unfrie­den stif­tet, und dann wer­den einige Vor­fälle, die eine Reak­tion auf diese Maß­nahme sind zum Beweis her­an­ge­zo­gen, dass man offen­sicht­lich recht hatte sie durch­zu­füh­ren. Inso­fern ist „Shoo­ting the Mes­sen­ger“ wenn man ehr­lich ist nicht zutref­fend. An „Shoo­ting the Cata­lyst“ glaube ich auch nicht, wäre aber zumin­des­tens mal näher an der Wahrheit.

    Das Iro­ni­sche ist, dass diese Äpfel(farbenen Kar­ten) der Zwie­tracht von Eris per­sön­lich nicht bes­ser hät­ten zum Ein­satz gebracht wer­den können.

    Num­mer 2:

    Natür­lich gibt es ein „Wir“, weil es immer ein „Wir“ gibt. Weil es immer Men­schen gibt, die sich schon ken­nen, die Erin­ne­run­gen und Insi­der­witze, kom­pa­ti­ble Men­ta­li­tät und Werte mit­ein­an­der tei­len. Die­ses „Wir“ ist zwar selbst in den kon­ser­va­tivs­ten Grup­pie­run­gen im Fluss, aber doch nie voll­kom­men ohne Aus­tausch­träg­heit. Es gibt einen Unter­schied zwi­schen „wir schlie­ßen dich prin­zi­pi­ell aus“ und „du musst zu uns pas­sen“. Die­sen Unter­schied sollte man würdigen.

    • philip says: 2. January 201313:11

      Bin unklar, ob ich lachen oder wei­nen soll. Wenn dir, wie du durch­schei­nen lässt, bereits der Ansatz eines Bewusst­seins für All­tags­se­xis­mus fehlt, ist es wirk­lich schwer, bei der Dis­kus­sion mit­zu­ma­chen.
      Die Kar­ten rufen kei­nen Sexis­mus her­vor. Sie sind keine Aktion, son­dern eine Reak­tion bzw. Reak­ti­ons­mög­lich­keit für die­je­ni­gen, die von Beläs­ti­gung betrof­fen sind. Es ist ja nicht so, dass auf den vor­he­ri­gen Kon­gres­sen Aktio­nen wie die von mir ange­pran­ger­ten nicht statt­ge­fun­den hätten.

  15. philip says: 2. January 201313:15

    Kurz noch was zur Kom­men­tar­po­li­tik: Bis­lang schalte ich noch alles frei, was ohne Belei­di­gung oder offen­sicht­li­che Trol­le­rei aus­kommt, auch dann, wenn ich ande­rer Mei­nung bin oder mich frage, was die Ant­wort mit mei­nem Text zu tun hat.

  16. André says: 2. January 201314:11

    Hmm, du musst schon genau lesen. Ich habe nicht behaup­tet, dass die Kar­ten Sexis­mus her­vor­ge­ru­fen son­dern „Unfrie­den“ gestif­tet haben. Die bei­den Vor­fälle, die ich ange­spro­chen habe, sind als Ergeb­nis die­ses Unfrie­dens ent­stan­den und wären ohne die Kar­ten nicht auf­ge­tre­ten. Nun will ich gar nicht in Abrede stel­len, dass in die­sen Reak­tio­nen dann auch Sexis­mus zu Tage tre­ten kann. Obwohl man auch hier im Detail dis­ku­tie­ren könnte, was ich aber nicht will. Es ist nun­mal etwas ande­res Vor­fälle auf dem Con­gress zu doku­men­tie­ren und der Gemein­schaft anschlie­ßend den Spie­gel vor­zu­hal­ten („mes­sen­ger“) oder eine Aktion durch­zu­füh­ren, die selbst ein Klima schafft, in dem laten­ter Sexis­mus zu Tage tritt („cata­lyst“) und an letz­te­rem die Bewer­tung der Ver­an­stal­tung auf­zu­hän­gen. Mein zurück­hal­ten­des Ange­bot ist also des­halb der Ver­gleich mit einem Kata­ly­sa­tor, weil der etwas beschleu­nigt, was auch ohne ihn lang­sam oder in gerin­gem Maße abläuft.

    Der Con­gress ist genau des­halb offen, weil es keine Gesin­nungs­kon­trolle gibt. Und wenn eine Bring­schuld sei­tens der Ver­an­stal­ter exis­tiert, dann sicher­lich nicht, dass nur Leute mit der rich­ti­gen Ein­stel­lung dort­hin­kom­men, son­dern dass es eine Umge­bung gibt, in der die Teil­neh­mer sich sicher füh­len und ihre Ein­stel­lun­gen über­prü­fen kön­nen. Ich erkenne auch an, dass die Kar­ten ein Ver­such waren dazu bei­zu­tra­gen. Aber sie haben mit Blick auf die Rezep­tion des Vor­gang eher das Gegen­teil bewirkt.

  17. Power Plant says: 3. January 201302:44

    was ist flauscheria?

    der con­gress war mal tech­nik ori­en­tiert — das ver­kommt zu einem ideo­lo­gen­tref­fen — der jede gruppe ihre agenda sau­ber durch­zie­hen will

    spass am gerät“ stand mal im vordergrund

    macht was eige­nes — und stellt euch dann den problemen

  18. Balu says: 3. January 201310:25

    Hmm, wann ist etwas ein per­so­en­li­ches gefu­ehl oder Wahr­neh­mung und ab wann ist es ein „objek­ti­ves“ Pro­blem? D.h. Wel­che for­mu­lie­rung ist o.k. Aber viel­leicht der ein oder ande­ren / dem ein oder ande­ren zu direkt/sexistische/beleidigend? Bei Beleidigungen/ Her­ab­set­zun­gen gibt es ein per­sön­li­ches befin­den, dass emp­find­li­cher sein kann als das der all­ge­mein­heit und trotz­dem wird denen nicht zuge­stan­den neue Stan­dards bzgl. Belei­di­gung zu set­zen. Wo ist diese Grenze bei sexis­ti­sches Bemer­kun­gen? jeder hat da eine andere Schwelle, ab der sei etwas schlimm fin­det … Daher sind auch aus­sa­gen wie “ es gibt kein Pro­blem“ durch­aus rich­tig — aus deren Sicht. ist das erlaubte Niveau immer das, was dem emp­find­sams­ten der anwe­sen­den gerade nicht zu wider ist? Die “ Norm“ ist immer ein Mit­tel­wert, d.h. Man­che wer­den sich belei­digt füh­len, ande­ren ist es viel zu harm­los. Wer defi­niert diese Norm? Nur die, die sich drü­ber auf­re­gen, d.h. die mit der meis­ten media­len Auf­merk­sam­keit? … Zwei­fel bleiben …

  19. Helmuth says: 3. January 201311:17

    Phi­lip, danke für dei­nen Blogpost.

    Das Hacker­jeo­pardy hatte kla­ren Sexis­mus. Ich würde es per­sön­lich in die Kate­go­rie „ein­fach nur dumm“ ein­ord­nen; aber ich bin auch kein Opfer von Sexis­mus, und wenn Frauen es als schwer­wie­gen­der ein­stu­fen wol­len dann haben sie Recht. Und wenn ein Mode­ra­tor das nicht ver­steht, selbst wenn er dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dann ist das doppelt-dumm.

    Auf die Frage „ja was hätte er denn tun sol­len“: wenn ich als Mode­ra­tor die Frauen-Quote erhö­hen will dann wähle ich unter den Bewer­bun­gen bevor­zugt eine Frau und sag‘ nix dazu. Keine Frau will als „Quoten-Frau“ hin­ge­stellt wer­den, und das Darüber-reden macht genau das.
    Und falls (falls!) ich wirk­lich als Mode­ra­tor keine ein­zige Bewer­be­rin sehen würde, dann kann ich viel­leicht noch sagen „ich will jetzt nicht sexis­tisch wir­ken, aber zur Aus­ge­gli­chen­heit würde ich gerne eine Frau als Kan­di­da­tin sehen. Gibt es Bewer­bun­gen?“. Oder ich lass‘ es blei­ben, wenn ich mich unsi­cher fühle.
    In der Hin­sicht ein Vor­schlag (der CCC braucht sicher keine, aber…): ein Gender-Schulungsangebot für Mode­ra­to­ren, Vor­tra­gen­den und allen die in der Außen­wir­kung als „das CCC“ gese­hen wer­den könn­ten. Auf frei­wil­li­ger Basis, denn Zwang hilft hier nicht, aber stark beworben.

    Debatte in den hacker­spaces: Metalab in Wien macht da mit, und in dem Sinne finde ich es toll, dass es zu den Vor­fäl­len gekom­men ist. Da kommt dann viel zum Vor­schein wo manch einer gedacht hätte „das Pro­blem gibt es ja bei uns eh nicht“. Diese Sexismus-Diskussion ist immer auf­hel­lend, und sie macht die Plätze, die — so hoffe ich wenigs­tens — für Frauen schon zu den siche­re­ren gehö­ren noch besser.

  20. classless says: 3. January 201311:37

    Ich denke auch unbe­dingt, das Pferd bzw. die San­dale war und ist schuld.

  21. Rocket rain | Der Inventing Room! says: 4. January 201300:25

    […] by Nói­rín Plun­kett for Ada Initia­tive. Ger­man ver­sion (inclu­ding links to others‘ blog posts and several […]

  22. […] Inven­ting Room! war auf dem Hacker*innenkongress 29C3 und musste dort mit eini­gen Ismen kämp­fen. Im anschlie­ßen­den Bei­trag erklärt er*, warum solche […]

  23. Links (6) | sanczny says: 7. January 201308:23

    […] Hacker, Sexis­mus und alles Bei @philipsteffan gibt’s einen Rund­um­schlag zum 29c3. Er berich­tet, wie für ihn der Con­gress gleich­zei­tig ziem­lich gut und ziem­lich schlecht war. Der Inven­ting Room: Raketenregen. […]

  24. […] Phi­lip Stef­fan zum 29C3 […]

  25. […] Ste­fan (http://blog.philipsteffan.de/2013/raketenregen/) über Soli­da­ri­sie­rung, Pater­na­lis­mus und […]

  26. Linkgebliebenes 7 « kult|prok says: 15. January 201317:19

    […] das hier ist der Aus­putz, also: Ganz all­ge­mein, anek­do­ta­ler Gegen­ent­wurf, noch mehr Ein­drü­cke, dann ein Blick eines Schwu­len auf Femi­nis­mus, die Replik, dann braucht es eine inklusivere […]

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